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Wolfgang Sicka 12.12.2009
Fabian Gromann 27.03.2004
Klaus Epple 27.03.2004
Wolfgang Strohm 01.01.2000
Das urkundlich nachgewiesene Gründungsjahr der Stadtkapelle Möhringen ist das Jahr 1760 – eine Zeit des Umbruchs in der Musikgeschichte. Während über Jahrhunderte der Gesang dominierte, begann sich Mitte des 18. Jahrhunderts die Instrumentalmusik zunehmend zu etablieren und gewann an Bedeutung im kulturellen Leben.
In diesem Umfeld schlossen sich in Möhringen mehrere Männer zusammen und gründeten eine Musikkapelle. Erste Aufzeichnungen im Stadtarchiv belegen, dass bereits 1760 bei einem Schützenfest eine neu gegründete „türkische Musik“ auftrat. Diese entwickelte sich aus der Schützengesellschaft heraus und wurde später dem Bürgermilitär zugeordnet. Der Begriff „türkische Musik“ geht auf die Janitscharenmusik zurück, deren Instrumente im Zuge der Türkenkriege auch in Europa Einzug hielten.
Fortan war die Kapelle aus dem gesellschaftlichen Leben Möhringens nicht mehr wegzudenken. Sie begleitete sowohl weltliche als auch kirchliche Anlässe und trat bei feierlichen Ereignissen – etwa bei Geburtstagen des Landesherren – in prächtigen Uniformen auf. Bereits im Jahr 1801 zählte die Kapelle 15 Mitglieder.
Mit dem Übergang Möhringens an Baden wurde aus der „türkischen Musik“ eine Musikgesellschaft, die zunächst von Lehrer Hieronymus Bertsche und später von seinem Sohn Karl Wilhelm geleitet wurde. 1826 erhielt die Kapelle neue Instrumente und Uniformen durch die Stadt. Mit der Auflösung des Bürgermilitärs im Jahr 1849 kam die musikalische Tätigkeit jedoch vorübergehend zum Erliegen.
Mit der Gründung der freiwilligen Feuerwehr im Jahr 1866 entstand die Kapelle unter dem Namen Feuerwehrkapelle neu. In dieser Zeit wirkten Dirigenten wie Lehrer Rappenegger, Konrad Ihringer und Kapellmeister Messmer aus Donaueschingen.
Ebenfalls 1866 erhielt die Kapelle eine kunstvoll gestaltete Seidenfahne in den Stadtfarben Schwarz-Weiß-Blau, geschmückt mit religiösen Motiven.
Ein bedeutender Aufschwung gelang 1899 mit Kapellmeister Wirth aus Tuttlingen, der die Kapelle über 25 Jahre hinweg erfolgreich leitete.
Nach dem Ersten Weltkrieg folgten weitere Dirigenten, bevor mit Otto Eichler ein musikalischer Leiter gewonnen werden konnte, der die Kapelle über 24 Jahre hinweg auf ein hohes Leistungsniveau führte. Zahlreiche Erfolge bei Wertungsspielen unterstrichen diesen Aufstieg.
Das 190-jährige Jubiläum im Jahr 1950 stellte einen wichtigen Meilenstein dar und brachte der Stadtkapelle große Aufmerksamkeit. In den folgenden Jahren entwickelte sich die Kapelle zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens.
1952 wurde ihr vom Bund Süddeutscher Volksmusiker die Bundes-Ehrenmedaille verliehen.
Auch das 200-jährige Jubiläum im Jahr 1960 war ein großer Erfolg: 31 befreundete Musikkapellen nahmen teil und zeigten die starke Verbundenheit innerhalb der Blasmusikgemeinschaft.
Nach dem Rücktritt von Musikdirektor Gustav Lotterer im Jahr 1960 folgten wechselhafte Jahre mit mehreren Dirigentenwechseln und einem zwischenzeitlichen Tiefpunkt.
Eine entscheidende Wende brachte Günter Braack, der ab 1967 zunächst aushilfsweise und schließlich über 20 Jahre hinweg die musikalische Leitung übernahm. Unter seiner Führung entwickelte sich die Kapelle wieder erfolgreich weiter.
Bereits 1969 erzielte die Stadtkapelle beim Kreismusikfest in Frittlingen einen 1. Rang, gefolgt von einem 1. Rang mit Auszeichnung im Jahr 1970 in Wehingen.
Im selben Jahr wurde das 210-jährige Jubiläum gefeiert, verbunden mit einer Fahnenweihe. Zudem erhielt die Kapelle die Pro Musica-Plakette der Bundesregierung – eine besondere Auszeichnung für Verdienste um die Blasmusik.
Die folgenden Jahre waren geprägt von zahlreichen Konzerten, Wertungsspielen und internationalen Kontakten, unter anderem mit Partnerkapellen in Österreich und der Schweiz.
Das 220-jährige Jubiläum im Jahr 1980 wurde im Rahmen des Kreismusikfestes gefeiert und zog zahlreiche Gastkapellen aus dem In- und Ausland an.
In den 1980er-Jahren erreichte die Stadtkapelle mit über 80 aktiven Musikerinnen und Musikern ihren personellen Höchststand. Dies war vor allem das Ergebnis intensiver Jugendarbeit.
Neben musikalischen Erfolgen standen auch Veränderungen in der Vereinsführung an. 1987 übergab Eugen Schellhammer nach langjähriger Tätigkeit den Vorsitz an Johannes Mußler.
Mit dem Ende der Dirigentenzeit von Günter Braack im Jahr 1987 ging eine prägende Ära zu Ende. Ihm ist ein wesentlicher Anteil am Aufstieg und der Entwicklung der Stadtkapelle zuzuschreiben.
Ab 1988 übernahm Heini Degrell die musikalische Leitung. Unter seiner Führung nahm die Stadtkapelle erfolgreich an Wertungsspielen im In- und Ausland teil.
1990 kam es erneut zu einem Wechsel in der Vorstandschaft: Fabian Gromann übernahm als geschäftsführender Vorsitzender die Leitung des Vereins.