Am Freitag, 9. Januar, fand im Gasthof Löwen die Jahreshauptversammlung der Stadtkapelle Möhringen statt. Trotz einer umfangreichen und wichtigen Tagesordnung war die Versammlung leider nur schwach besucht – ein Umstand, der sich wie ein roter Faden durch mehrere Berichte des Abends zog.
Rückblick auf ein herausforderndes Vereinsjahr
In seinem Vorstandsbericht blickte Marius Strohm auf ein anspruchsvolles Vereinsjahr 2025 zurück. Neben mehreren Austritten langjähriger Mitglieder konnte die Kapelle erfreulicherweise auch vier neue Musikerinnen in ihren Reihen begrüßen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 47 Proben, 30 musikalische Auftritte sowie 27 weitere Termine wie Bewirtungen und Veranstaltungen wahrgenommen.
Musikalisch begann das Jahr traditionell mit dem Neujahrsspiel, gefolgt von einer außergewöhnlich langen und intensiven Fasnet mit mehreren Narrentreffen. Zahlreiche Sommerauftritte im regionalen Umfeld, die zweitägige Reise in die Partnerstadt Bischofszell sowie das Jahreskonzert prägten das Vereinsjahr. Letzteres wurde musikalisch sehr positiv aufgenommen, musste jedoch trotz intensiver Werbung einen Besucherrückgang von rund 20 Prozent verzeichnen.
Kritische Töne fand der Vorstand insbesondere bei der internen Organisation, der Verlässlichkeit von Rückmeldungen sowie der Probendisziplin. Dabei wurde deutlich gemacht, dass funktionierende Vereinsarbeit nur mit dem Engagement aller Mitglieder möglich ist.
Einblick in die Vorstandsarbeit
Auch Stefan Wrobel, ebenfalls Vorsitzender, schilderte eindrücklich die umfangreiche und zeitintensive Arbeit der Vorstandschaft. Neben musikalischen Themen seien zahlreiche Gespräche und Termine mit Stadt, Verbänden und Institutionen notwendig. Er betonte, dass Motivation, Kameradschaft und Freude an der Musik nicht vom Vorstand verordnet werden können, sondern von jedem Einzelnen kommen müssen.
Die Austritte mehrerer etablierter Musikerinnen und Musiker sowie der teilweise mangelnde Einsatz bei Proben und Auftritten hätten viel Kraft gekostet. Gleichzeitig dankte er allen Helferinnen und Helfern rund um das Angerfescht und das Jahreskonzert für ihren großen Einsatz.
Schriftführerbericht
Der Schriftführer gab anhand eines bebilderten Jahresrückblicks einen Überblick über die vielfältigen Aktivitäten des Vereins. Neben den 47 Proben, 30 Auftritten und 27 sonstigen Terminen wurden auch 23 Ausschusssitzungen sowie sechs Konzertbesuche dokumentiert. Der Bericht verdeutlichte nochmals den hohen organisatorischen Aufwand des Vereinsjahres 2025.
Mitgliederentwicklung
Der Verein zählt aktuell 102 Mitglieder, davon 45 aktive, 52 passive sowie fünf Ehrenmitglieder. Der Altersdurchschnitt des Stammorchesters liegt bei 34,2 Jahren, wobei 48 Prozent der Musikerinnen und Musiker 29 Jahre und jünger sind. Trotz dieser vergleichsweise jungen Struktur ist insgesamt ein stetiger Rückgang der Mitgliederzahlen zu verzeichnen, was die Vorstandschaft vor zusätzliche Herausforderungen stellt.
Dirigenten-, Jugend- und Kassenbericht
Dirigent Oliver Helbich hob die musikalisch erfolgreiche Fasnet, die überzeugenden Sommerauftritte sowie die intensive Vorbereitung auf das Jahreskonzert hervor, das in der Angerhalle mit großem Applaus honoriert wurde.
Im Jugendleiterbericht, vorgetragen stellvertretend von Simone Krug, wurde deutlich, dass die Jugendarbeit weiterhin eine tragende Säule des Vereins ist. Aktuell befinden sich 15 Jugendliche in Ausbildung, vier davon konnten 2025 erfolgreich in die aktive Kapelle integriert werden. Instrumentenvorstellungen, das Kinderferienprogramm sowie weitere gemeinsame Aktionen sorgten für positive Impulse in der Nachwuchsarbeit.
Der Kassenbericht fiel erfreulich aus: Trotz hoher Ausgaben konnte das Geschäftsjahr mit einem kleinen Plus abgeschlossen werden.
Wahlen, Ehrungen und Ausblick
Bei den Wahlen wurden Stefan Wrobel als Vorsitzender und Simone Krug als Kassiererin einstimmig wiedergewählt. Neu in den Ausschuss aufgenommen wurden Wolfgang Sicka als Beisitzer sowie Alina Au als Jugendbeisitzerin.
Für ihre herausragende Anwesenheit wurden Marius Strohm und Laura Sicka mit 100 Prozent Teilnahme geehrt. Stefan Wrobel und Sebastian Glaser erhielten eine Ehrung für über 90 Prozent Anwesenheit.
Zum Abschluss richtete sich der Blick auf das Vereinsjahr 2026. Bereits jetzt mussten erste Termine aus personellen Gründen abgesagt werden. Umso wichtiger sei es, so der Tenor des Abends, den Zusammenhalt zu stärken, Verantwortung zu teilen und den Fokus wieder stärker auf das gemeinsame Musizieren zu legen.
Verschiedenes
Unter dem Punkt „Verschiedenes“ berichtete Jonas Heine über die neu eingeführte Likörbar. Seit dem Start im Juli konnten insgesamt 67 Liter Likör verkauft werden – ein positives Ergebnis, das künftig weitergeführt werden soll. Zudem wurde das Programm für das kommende Städtlefest vorgestellt, das erneut eine große organisatorische Herausforderung darstellen wird und bei dem die Unterstützung aller Mitglieder notwendig ist.
Ein weiterer Diskussionspunkt war die Situation rund um die Alte Schule und das Probelokal. Hier besteht weiterhin Klärungsbedarf, mögliche Entwicklungen wurden angesprochen, konkrete Entscheidungen stehen jedoch noch aus.
Mit einem offenen Austausch und einer angeregten Diskussion endete die Jahreshauptversammlung. Trotz aller Herausforderungen zeigte sich: Die Stadtkapelle Möhringen lebt vom Engagement vieler Einzelner und blickt mit vorsichtigem Optimismus in die Zukunft.